Empfehlungen bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus für Menschen mit Demenz

Mit Demenz im Krankenhaus
12 Apr, 2017

Empfehlungen bei einem stationären Aufenthalt im Krankenhaus für Menschen mit Demenz

Demenz und ihre Formen ist auch ohnehin eine ernst zu nehmende Erkrankung, doch passiert es oft genug, dass Menschen mit dieser Diagnose auch andere Krankheiten aufweisen oder Unfälle erleiden. Dann müssen sie ins Krankenhaus. Dabei mutiert die Demenz zu einer „medizinischen Nebendiagnose“.

Bei der Aufnahme im Krankenhaus steht dann die jeweilige zu behandelnde körperliche Aufnahmediagnose im Vordergrund, für welche die Station spezialisiert ist.

In der Hektik des Krankenhausalltags, gehen Menschen mit kognitiven Einschränkungen regelrecht unter. Nach der Aufnahme und während ihres Aufenthaltes in einem Spital sind Menschen mit Demenz aus ihrer vertrauten Umgebung und aus ihrem gewohnten Alltag herausgerissen. Ales ist fremd: die Menschen, die Umwelt, die Gerüche.  In dem hektischen Krankenhausalltag scheinen sie die einzigen zu sein, die keine Aufgabe haben und sehen auch meist keinen Sinn in ihrem Krankenhausaufenthalt. Sie werden unruhig, bekommen Angst, fühlen sich hilflos, verloren und allen. Sie verspüren den Drang nach etwas Vertrautem oder gar in ihre gewohnte Umgebung zurück zu kehren. Krankenhäuser sind als Akutspitäler gedacht und weder ihre Prozesse noch ihre Logistik und Kommunikation sind für Langzeitaufenthalte kognitiv beeinträchtigter Menschen ausgelegt. Die Türen stehen offen, es gibt alle möglichen Ausgänge und Fluchtwege, die Beschilderungen sind oft auch für einen gesunden Menschen verwirrend, geschweige denn für jemanden der an Demenz erkrankt ist. Sie verirren sich oft, werden in anderen Patientenzimmern aufgefunden, auf anderen Stationen und Stockwerken oder gar in ihrer alten Wohnung, regen sich und andere Patienten auf, können nicht schlafen, verweigern oft die persönliche Hygiene, reißen Katheter, Drainageschläuche, Kanülen und Verbände auf. Kurz gesagt: Menschen mit Demenz bedürfen einer erhöhten Aufmerksamkeit, welche die Mitarbeiter des Krankenhauses einfach nicht aufbringen können. Für den betroffenen selber kann dieser Stress zur Verschlechterung des Zustandes führen. Angehörige erzählen oft, dass sie ihr Familienmitglied danach nicht mehr wieder erkennen.

Natürlich ist es besser soweit es geht solche Situationen zu vermeiden, doch was tun, wenn es unvermeidbar (geworden) ist?

Starten wir mit der Vorbereitung

Legen sie sich eine Notfallmappe an für den Fall einer Einweisung ins Krankenhaus und legen sie diese griffbereit zu den persönlichen Gegenständen des Betroffenen, bzw. gut zugänglich und sichtbar für die Sanitäter oder den Notarzt. Unseren Vorschlag für die Organisation einer solchen Mappe finden sie Hier: Notfallmappe.

Zusätzlich hilft auch alles an Informationen, was dem Personal das Aufbauen einer Vertrauensbasis zum Patienten erleichtert, um eine, sowohl für den Patienten als auch für das Personal im Krankenhaus, möglichst stressfreie und angenehme Pflege und Betreuung zu ermöglichen. Aus diesem Grund finden Sie in der von uns vorgeschlagenen Mappe auch einen Informationsbogen über einen Patienten mit einer Demenzerkrankung zur Abgabe bei einer Aufnahme ins Krankenhaus

Im Krankenhaus angekommen ist es wichtig:

  • Die Ärzte und das Pflegepersonal auf den Zustand des Patienten und die möglichen Schwierigkeiten hin zu weisen.
  • Wenn ein Hang zur Schlaflosigkeit in der Nacht besteht, kann man versuchen mit den Nachtschwestern zu reden, dass der Patient sie bei ihrem nächtlichen Rundgang begleitet und sich so nicht alleingelassen fühlt.
  • Den Patienten so oft es geht zu besuchen und sich vielleicht mit anderen Familienmitgliedern/Bekannten/Vertrauten/gewohntem Betreuer ab zu wechseln.
  • Nach einem Rooming-in zu fragen. Oft besteht eine Möglichkeit in Einzelfällen eine Ausnahme zu machen.
  • Mit den Ärzten und dem Pflegepersonal so oft es geht das Gespräch zu suchen und nach ungewöhnlichem Verhalten, rapiden Verhaltensänderungen und weiteren Auffälligkeiten zu fragen.
  • Für das erste Gespräch mit dem Pflegepersonal bei der Aufnahme haben wir auch einen kurzen Fragebogen mit den wichtigsten Fragen, die zu klären sind, vorbereitet: Fragen bei Aufnahme im Krankenhaus

X
- Gib Deinen Standort ein -
- or -