Appetitverlust im Alter. Tipps der Ernährungswissenschaftler.

28 Sep, 2016

Appetitverlust im Alter. Tipps der Ernährungswissenschaftler.

Die Alternative Appetittlosigkeit im alter

Appetitverlust bzw. Veränderung des Essverhaltens sind völlig normale Erscheinungen im Alter. Daher ist es wichtig, sicher zu stellen, dass Senioren die für sie wichtigen Nährstoffe aufnehmen. Hier sind ein paar Tipps der Ernährungswissenschaftler:

Warum verändert sich das Essverhalten im Alter?

Obwohl es für den Alterungsprozess normal ist, dass sich der Appetit verändert, sind da noch einige andere Faktoren, die das Essverhalten beeinflussen können:

  • Keine Kraft zu kochen
  • Verlust des Interesses am Essen durch Veränderung der Geschmacksknospen, Depression oder Einsamkeit
    Tipp: Öfter/Regelmäßig gemeinsam Kochen/Essen.
  • Appetitverlust durch den Gesundheitszustand
  • Nebeneffekte der Medikamente
    Tipp: Einen Arzt konsultieren um diese zwei Punkte ausschließen zu können.

Was sollte beachtet werden?

Es gibt, wie schon oben erwähnt, völlig normale Veränderungen im Alter, die das Essverhalten beeinflussen:

  • Verlangsamung des Stoffwechselprozesses, sowie das Fehlen körperlicher Aktivität verringern den Bedarf an Kalorien
  • Probleme im Mundbereich (Zähne, Zahnfleisch, etc.), sowie Erkrankungen im Magen-Darmbereich, die mit dem Alterungsprozess einhergehen
  • Veränderungen der Geschmacks- und Geruchswahrnehmung

Wenn sich jedoch ihr Angehöriger, aufgrund seiner Geschmacksveränderung zunehmend ungesund ernährt oder nicht genug isst, sind das Gründe einzuschreiten. Für ältere Menschen ist die richtige Diät essentiell, da Vitamin- und/oder Mineralienmangel schwerwiegende gesundheitliche Probleme verursachen können.

Überdies können Veränderungen im Essverhalten auch mit einigen Krankheiten in Zusammenhang stehen:

  • Demenz (Alzheimer) oder Parkinson
  • Krebs im Bereich des Gehirns oder der Halswirbelsäule
  • Infektionen im Mund- und Rachenbereich
  • Schilddrüsenerkrankungen

Aus diesem Grund sollten alle unerklärlichen Veränderungen im Essverhalten, sowie auch unerwarteter Gewichtsverlust oder starke Gewichtszunahme von einem Arzt untersucht werden.

Wie kann ich den Appetit im Alter stimulieren?

Versuchen Sie nicht die Portionen zu erhöhen, sondern ihre Reichhaltigkeit.

Es ist besser kleinere, dafür aber reichhaltigere Mahlzeiten zu servieren. Ein paar Tropfen Olivenöl, eine Avocado, Kokosfett etc. werden helfen. Zu große Portionen lassen einen Menschen regelrecht verzweifeln, besonders wenn er ohnehin schon keine Kraft hat und keinen Appetit.

Menschen sind „Gewohnheitstiere“ und unser Körper liebt die Regelmäßigkeit.

Entwerfen sie einen Essensplan. Der Körper gewöhnt sich daran und sendet immer zu gleichen Zeiten die Signale für Hunger und Durst an unser Gehirn. Ernährungswissenschaftler empfehlen klein anzufangen. Zuerst ein Getränk oder einen kleinen Snack immer zur gleichen Zeit anzubieten und dann geht man langsam zum eigentlichen Essen über. Dieser langsame Einstieg hilft das Essverhalten zu stabilisieren.

Essen soll ein soziales Erlebnis werden.

Einsamkeit reduziert den Appetit. Vielleicht ist es möglich die Familienmitglieder so aufzuteilen, dass immer jemand zur einer Mahlzeit da ist. Eine andere Möglichkeit sind Seniorentagesstätten oder stundenweise Personenbetreuer einzusetzen.

Unterschätzen Sie nicht die Nebeneffekte der Medikamente.

Manche Medikamente verursachen Trockenheit im Mundbereich. In so einem Fall kann schon das Kauen eines zuckerfreien Kaugummis vor jeder Mahlzeit zur Verbesserung des Geschmacksempfindens führen. Manchmal beklagen sich die Kranken, dass das Fleisch nach Metall schmeckt, dann versuchen Sie andere Proteinquellen wie Bohnen, Soja, Eier und ähnliches zu nehmen.

Frustration ist nie Förderlich.

Versuchen sie so gut es geht, die Benutzung von Instrumenten zu vermeiden. Die Frustration, nicht einmal einen Löffel benutzen zu können, fällt somit weg. Es gibt aber Tricks Essbesteck leichter verwendbar zu machen, durch breitere Griffe oder man investiert in speziell dafür entwickeltes Besteck.

Führen Sie ein Esstagebuch

Mit so einem Tagebuch ist nachvollziehbar, was gut funktioniert und was nicht. Jeder Mensch ist unterschiedlich und eine allumfassende Regel gibt es daher nicht.


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